Die meisten börsennotierten Unternehmen werden von mehreren Analysten verfolgt, die jeweils eigene Prognosen für Umsatz, Gewinn und andere Kennzahlen erstellen. Die Konsensschätzung ist der Durchschnitt dieser Einzelprognosen, meist erhoben von Datenanbietern wie Bloomberg, Refinitiv oder FactSet. Sie gilt als „Markterwartung", an der die später tatsächlich berichteten Zahlen gemessen werden.
Kursreaktionen auf Quartalszahlen hängen oft weniger vom Ergebnis selbst ab als von der Abweichung gegenüber dem Konsens.
Beispiel
Liegt der Konsens für den Umsatz bei 9,8 Mrd. € und das Unternehmen berichtet 10,0 Mrd. €, gilt das als positiver Überraschungseffekt.
Häufige Verwechslung
Der Konsens ist nicht „die Wahrheit", sondern ein Durchschnitt vieler Schätzungen mit unterschiedlicher Qualität. Erwartungsmanagement der Unternehmen beeinflusst ihn zusätzlich.
Merksatz
Die Konsensschätzung ist der Durchschnitt der Analysten – Kurse reagieren auf die Abweichung davon.