Normalerweise erhält man für längere Laufzeiten mehr Rendite, weil das Kapital länger gebunden ist und mehr Unsicherheit besteht. Bei einer inversen Zinskurve dreht sich das um: kurze Laufzeiten rentieren höher als lange. Das passiert meist, wenn Notenbanken die kurzen Zinsen anheben, um Inflation zu bremsen, während der Markt für die fernere Zukunft bereits wieder fallende Zinsen erwartet.
Inverse Zinskurven sind selten und gelten als Indiz, dass der Markt eine wirtschaftliche Abschwächung erwartet. In den USA gingen ihnen in den letzten Jahrzehnten fast immer Rezessionen voraus – allerdings oft mit deutlichem zeitlichem Versatz von mehreren Monaten bis über einem Jahr. Es ist ein Hinweis, kein Mechanismus.
Beispiel
Wenn 2-jährige US-Staatsanleihen höher rentieren als 10-jährige, gilt die US-Zinskurve als invers.
Häufige Verwechslung
Eine inverse Zinskurve ist kein Verkaufssignal für Aktien. Der zeitliche Versatz zwischen Inversion und möglichem Abschwung kann viele Monate betragen.
Merksatz
Eine inverse Zinskurve galt historisch oft als Rezessionssignal – ein Hinweis, kein Automatismus.