Working Capital misst, wie viel Kapital ein Unternehmen kurzfristig im operativen Geschäft gebunden hat. Vereinfacht: kurzfristiges Vermögen (vor allem Vorräte und offene Kundenforderungen) abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten (z. B. offene Lieferantenrechnungen). Wer schneller von Kunden bezahlt wird, als er selbst Lieferanten bezahlen muss, hat ein niedriges oder negatives Working Capital. Wer große Lager hält und Kunden lange Zahlungsziele gibt, hat ein hohes.
Working Capital ist in der GuV nicht direkt sichtbar, beeinflusst aber den Cashflow massiv. Wenn ein Unternehmen wächst und gleichzeitig Vorräte und offene Forderungen stark zunehmen, fließt Geld ins Geschäft hinein, das nicht als Aufwand erscheint. Die Folge: starker Gewinn, schwacher operativer Cashflow. Wer beides nebeneinander liest, erkennt früh, ob Wachstum auch Cash erzeugt.
Beispiel
Wenn ein Unternehmen seine Lagerbestände stark erhöht, bindet es zusätzliches Kapital im Working Capital, was den operativen Cashflow vorübergehend drückt.
Häufige Verwechslung
Working Capital ist kein „freies" Vermögen. Es ist im Geschäft gebunden und steht nicht ohne Weiteres für Ausschüttungen oder Investitionen zur Verfügung.
Merksatz
Working Capital bindet Geld im Tagesgeschäft – zu viel kostet Liquidität, zu wenig schafft Engpässe.