Short Interest gibt an, wie viele Aktien eines Unternehmens aktuell leerverkauft sind – also von Anlegern geliehen und verkauft wurden, die auf fallende Kurse setzen. Die Kennzahl wird meist in Prozent des frei handelbaren Aktienanteils (Free Float) ausgedrückt. Ein Wert von 2–5 % gilt als normal, alles über 20 % gilt als sehr hoch und deutet auf ein klares Skepsis-Lager hin.
Ein hoher Short Interest ist zunächst ein Hinweis, dass viele professionelle Anleger fallende Kurse erwarten – ein Skepsis-Signal. Steigt der Kurs trotzdem unerwartet, müssen Leerverkäufer ihre geliehenen Aktien zurückkaufen, um sie zurückgeben zu können. Dieser zusätzliche Kaufdruck kann den Kurs kurzfristig stark nach oben treiben – ein sogenannter Short Squeeze. Sehr hoher Short Interest erhöht also gleichzeitig die Skepsis und die Wahrscheinlichkeit heftiger Aufwärtsbewegungen.
Beispiel
Eine Aktie mit 20 % Short Interest signalisiert, dass ein erheblicher Teil des Free Float aktuell short positioniert ist – mit dem Risiko schneller Eindeckungsbewegungen.
Häufige Verwechslung
Hoher Short Interest ist nicht automatisch ein Verkaufssignal. Er kann auch fundamental begründet sein – oder umgekehrt ein Trigger für plötzliche Kursanstiege.
Merksatz
Hoher Short Interest zeigt Skepsis – und erhöht zugleich die Gefahr heftiger Gegenbewegungen.