Bei der synthetischen Replikation hält der ETF nicht die Indexbestandteile selbst, sondern ein sogenanntes Trägerportfolio aus liquiden Wertpapieren. Parallel schließt er mit einer Bank einen Tauschvertrag (Swap) ab: Der ETF gibt die Rendite seines Trägerportfolios an die Bank ab und erhält im Tausch die Rendite des Zielindex. Im Ergebnis entspricht die ETF-Performance der Indexperformance, ohne dass die Indexbestandteile direkt gehalten werden.
Synthetische ETFs eignen sich besonders für Märkte, in denen physische Replikation aufwendig oder steuerlich ungünstig ist – etwa für US-Aktien aus europäischer Sicht oder bestimmte Schwellenländer. Der zentrale Unterschied zur physischen Variante ist das Gegenparteirisiko gegenüber dem Swap-Partner. UCITS begrenzt dieses Risiko auf maximal 10 % des Fondsvermögens, in der Praxis wird es meist deutlich darunter gehalten und besichert.
Beispiel
In manchen Emerging Markets oder Rohstoffsektoren ist physische Replikation aufwendig. Synthetische ETFs sind dort historisch verbreitet.
Häufige Verwechslung
Synthetisch heißt nicht automatisch riskant. UCITS-Regeln begrenzen das Swap-Risiko auf maximal 10 % des Fondsvermögens.
Merksatz
Synthetische Replikation bildet den Index über ein Tauschgeschäft ab – effizient, aber mit Kontrahentenrisiko.