Wenn ein Unternehmen neue Aktien ausgibt – etwa über eine Kapitalerhöhung, eine Übernahme in eigenen Aktien oder als Vergütung für Mitarbeiter – steigt die Gesamtzahl der ausstehenden Aktien. Wer bestehende Aktien hält, hält danach den gleichen absoluten Anteil von einem nun größeren Kuchen. Sein prozentualer Anteil am Unternehmen, am Gewinn und am Stimmrecht sinkt – er ist verwässert.
Verwässerung wirkt unauffällig, summiert sich aber über Jahre. Wachstumsunternehmen finanzieren oft einen Teil ihrer Mitarbeitervergütung in Aktien – das kann pro Jahr 2–5 % Verwässerung bedeuten. Wer Gewinn je Aktie und Wertentwicklung beurteilen will, sollte solche Effekte explizit einrechnen, sonst wird das Wachstum optisch besser als wirtschaftlich.
Beispiel
Ein Anleger hält 1.000 Aktien eines Unternehmens mit insgesamt 100.000 Aktien – das entspricht 1 % Beteiligung. Gibt das Unternehmen 25.000 neue Aktien aus, ohne dass der Anleger neue zeichnet, hält er weiterhin 1.000 Aktien – aber nur noch 0,8 % der nun 125.000 ausstehenden Aktien.
Häufige Verwechslung
Verwässerung wird oft erst bemerkt, wenn der Kurs steigt, das Anteilsverhältnis aber nicht entsprechend mitwächst.
Merksatz
Verwässerung verkleinert den Anteil je Aktie – stille Kosten für Altaktionäre.